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Konkret gefragt zum Thema "Phishing-Attacken"

Ich habe schon viel von sog. Phishing-Attacken gehört. Worum handelt es sich hierbei?

Was wird mit diesen Daten angefangen?

Wie häufig kommt das in Deutschland vor?

Was tut die Polizei gegen die steigende Kriminalität im Internet?

Gibt es irgendeine Methode, sich zu schützen?

Was ist genau zu tun, wenn ich Opfer einer sog. Phishing-Attacke geworden bin?

Wo finde ich weitere nützliche Informationen und Hinweise?
Ich habe schon viel von sog. Phishing-Attacken gehört. Worum handelt es sich hierbei?
Das Internet wird auch für Kriminelle immer mehr zum Instrument ihrer Tätigkeit. Das sog. Phishing ist eine Zusammensetzung aus den Begriffen "Passwort" und "fishing". Es geht dabei um den sog. Datendiebstahl durch gefälschte E-Mails. Kriminelle versuchen, durch falsche E-Mails an persönliche Daten, wie z.B. Kreditkarteninformationen, Passwörter, Geburtsdaten etc. heranzukommen. Man soll hier ausgespäht werden.
Was wird mit diesen Daten angefangen?
Mittels dieser Daten liegt es natürlich auf der Hand, dass Kriminelle versuchen, z.B. durch Verwendung der ausgespähten Kreditkartennummer, Bestellungen vorzunehmen und mit der Kreditkartennummer Zahlung zu leisten. Die Tendenz in diesem Bereich ist steigend. Besondere Sorgfalt ist deshalb geboten, wenn es darum geht, dass man eine E-Mail bekommt, die das Ziel verfolgt, Informationen von Ihnen zu erhalten.
Wie häufig kommt das in Deutschland vor?
Eine solche Statistik ist  veröffentlicht worden von der Zentralen Geschäftsstelle der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, kurz PROPG, und zwar im August dieses Jahres. Die Polizei hat dabei einen steigenden Warenkreditbetrug beim Handel im Internet festgestellt. Waren es im Jahre 2003 noch ca. 240.000 Fälle, so ist die Zahl im Jahre 2004 auf 270.000 angestiegen. Bei allein 42 % dieser Straftaten handelte es sich um betrügerische Geschäfte im Internet.
Was tut die Polizei gegen die steigende Kriminalität im Internet?

Nun, natürlich ist es äußerst schwierig, den Betrügern das Handwerk zu legen. Auf der einen Seite ist die Leichtgläubigkeit vieler Internetnutzer unglaublich, auf der anderen Seite ist es natürlich nicht so einfach, den Spuren der Betrüger zu folgen, jedenfalls dann nicht, wenn diese sich auskennen.

Die Polizei hat im Rahmen der Kriminalprävention nunmehr aber eine Öffentlichkeitskampagne gestartet. Diese hat sie gestartet gemeinsam mit der Deutschen Bundesbahn. Für nunmehr sechs Monate sind zwei InterCity-Loks in ganz Deutschland mit den Werbeaufdruck unterwegs und machen damit auf den Internetauftritt www.polizei-beratung.de aufmerksam. Sinn und Zweck der Aktion ist die Kriminalititätsvorbeugung.

Gibt es irgendeine Methode, sich zu schützen?

Der sicherste Schutz ist natürlich, das Internet gar nicht einzusetzen. Dies ist natürlich für denjenigen, der auf den Einsatz des Internets nicht verzichten möchte, nur ein schwacher Trost. Möchte man auf den Einsatz nicht verzichten, so gilt in jedem Fall immer absolute Vorsicht walten zu lassen.

So sind zwar auch die Kreditinstitute bemüht, umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchzuführen, um so ihre Internetkunden zu schützen, aber bedenken Sie auch, die Kriminellen werden immer raffinierter.

Die schon oben angesprochenen Pishing-Mails sind mittlerweile so gut, dass sie oftmals vom Fake nicht zu unterscheiden sind. Es sollte sie deshalb immer misstrauisch machen, wenn z.B. Ihre Bank Sie anschreibt und Sie um Daten bittet.  Dies ist fast immer ein Fake. Die Banken weisen regelmäßig darauf hin, dass sie solche Befragungen nicht durchführen.

Ein bislang nicht so weit verbreiteter, aber auch sehr wirkungsvoller Trick ist das Pishing per Telefon. Hier ruft ein angeblicher Mitarbeiter der Bank an und fragt nach Ihren persönlichen Daten. Wer rechnet schon damit, dass auf der anderen Seite kein Bankmitarbeiter ist. Also Vorsicht! Sollten Sie einen solchen Anruf bekommen, sagen Sie, Sie rufen zurück und nehmen dabei bitte die Telefonnummer, die Ihnen Ihr Kreditinstitut vorher schriftlich mitgeteilt hat. Rufen Sie auf keinen Fall die Nummer an, die man Ihnen telefonisch mitgeteilt hat. Es könnte sich hier um einen Pishing-Betrug handeln.

Im übrigen gilt: Folgen Sie den Aufforderungen von E-Mails, z.B. Programme herunterzuladen nur dann, wenn Sie absolut sicher sind, dass Sie dieses Programm auch herunterladen wollen! Öffnen Sie auf keinen Fall angehängte Daten. Setzen Sie Anti-Viren-Programme und Firewalls ein. Ganz wichtig ist auch, kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Kontostand. Es kann durchaus sein, dass Ihre Kreditkartennummer ausgespäht wurde und Sie so gar nicht bemerkten, dass Ihnen Geld abgebucht wurde. Das kann hinterher böse Überrauschungen geben. Kontrollieren Sie also regelmäßig Ihren Kontostand, gerade dann, wenn Sie regelmäßig Online-Aktionen vornehmen.

Was ist genau zu tun, wenn ich Opfer einer sog. Phishing-Attacke geworden bin?
Wenn dies der Fall ist, sperren Sie als erstes den Online-Zugang zu Ihrem Kreditinstitut. Prüfen Sie dann umgehend, ob Verfügungen vorgenommen worden sind, die nicht von Ihnen stammen und sichern Sie auf jeden Fall die betrügerische E-Mail, die Sie erhalten haben. Schlussendlich erstatten Sie bitte Strafanzeige, gleich, ob Ihnen einen Schaden entstanden ist oder nicht.
Wo finde ich weitere nützliche Informationen und Hinweise?

Ein paar Grundsätze Thema phishing hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hier online gestellt:

www.bsi-fuer-buerger.de/abzocker/05_08.htm

Die jeweils jüngsten phishing-Schweinereien krimineller Netz-Abzocker finden Sie bei Google, wenn Sie in die Suchmaske „phishing“ eintippen. Auch werden von verschiedenen Softwareherstellern Programme angeboten, die angeblich mehr oder weniger gut vor phishing-Attacken schützen sollen. Auch hier empfiehlt sich die Suchmaschine und dort aufgeführten Rezensionen namhafter und neutraler Tester.

 


Rechtsanwalt Michael Menzel - Experte für Internetrecht
01.09.2005

 

Wichtiger Hinweis:

Das abc-Recht-Portal  wird derzeit in Gänze überarbeitet. Auch die Inhalte dieser Seite, wie die aller Folgeseiten, sollen in Kürze aktualisiert werden. Die hier angebotenen Informationen entsprechen möglicherweise nicht mehr dem aktuellen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung. Wir bitten, dies zu berück-
sichtigen und insofern auch um Ihr Verständnis.