Diese Seite drucken
zurück


Bausparvertrag - Neue staatliche Förderung
Staatliche Förderung von Bausparverträgen in Form der Arbeitnehmersparzulage oder der Wohnungsbauprämie

Der Bausparvertrag ist ein Vertrag zwischen der Bausparkasse und dem Bausparer.

  • Als Bausparer verpflichten Sie sich gegenüber der Bausparkasse, bis zur Zuteilung des Bauspardarlehens vertraglich festgesetzte Sparraten zu zahlen (wobei eine einmalige Sparleistung zulässig ist).

  • Nach Erreichen der vertraglich vereinbarten Mindestsparleistung haben Sie Anspruch auf Auszahlung der Bausparsumme, die sich aus dem angesammelten Sparguthaben einschließlich Zinsen und dem Bauspardarlehen in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen der Vertragssumme und dem angesparten Guthaben zusammensetzt.

Ihre Sparbeiträge fließen in eine gemeinsame Zuteilungsmasse; diese Mittel werden nach einem bestimmten Verteilerschlüssel in Form einer bei den einzelnen Bausparkassen individuellen Bewertungsziffer zugeteilt. Die Zuteilung setzt neben der Ansparung eines bestimmten Mindestguthabens (in der Regel 40 % der Bausparsumme) eine gewisse Wartezeit voraus.

Das Bauspardarlehen ist ein besonders zinsgünstiger Kredit, der allerdings mit einem relativ hohen Tilgungssatz zurückzuzahlen ist. Es ist zweck- und objektgebunden. Für das Bauspardarlehen wird zugunsten der Bausparkasse eine Grundschuld eingetragen, die meistens an zweiter Rangstelle nach der Bank steht. Nach der Auszahlung der Bausparsumme zahlt der Bausparer gleichbleibende Leistungen (Annuitäten). Der Zinssatz für Bauspardarlehen liegt im Allgemeinen zwischen 4 und 5 % p.a.. Trotz des günstigen Zinssatzes lohnt es sich nicht, die Ansparsumme für den Bausparvertrag mit einem Darlehen zu finanzieren, auch wenn diese Variante von den Anbietern gerne gepriesen und vermittelt wird.

Interessant wird der Bausparvertrag als Geldanlage vor allem durch die staatliche Förderung. Die zehnprozentige Arbeitnehmersparzulage erhalten Sie auf Ihre Sparraten, wenn Sie einen Bausparvertrag im Rahmen der vermögenswirksamen Leistungen besparen und die Einkommensgrenzen einhalten. Bausparverträge werden mit einer Wohnungsbauprämie gefördert. Mit Beginn des Jahres 2004 ist diese von 10 auf 8,8 % herabgesetzt worden. Bausparer erhalten damit vom Sparjahr 2004 an nur noch bis zu 45 Euro (Alleinstehende) bzw. 90 Euro (Verheiratete) auf einen Einzahlungsbetrag von jährlich 512 Euro bei Alleinstehenden bzw. 1.024 Euro bei Verheirateten.
Voraussetzung ist allerdings, dass das zu versteuernde Einkommen die - im Vergleich zur Arbeitnehmersparzulage deutlich höheren - Einkommensgrenzen von 25.600 Euro für Alleinstehende bzw. 51.200 Euro für Verheiratete nicht übersteigt. Weitere Voraussetzung für die Gewährung ist, dass Bausparmittel innerhalb der so genannten Bindungsfrist von 7 Jahren nur zu wohnwirtschaftlichen Zwecken verwendet werden. Die Wohnungsbauprämie wird auf Antrag gewährt. Der von der Finanzverwaltung vorgeschriebene Vordruck wird in der Regel von den Bausparkassen mit dem Jahreskontoauszug an ihre Bausparer versandt und muss anschließend bei der Bausparkasse eingereicht werden.

Traditionell besteht der Hauptgrund, sich für einen Bausparvertrag zu entscheiden, darin, dass der Sparer in Zukunft den Bau oder Erwerb eines Hauses oder einer Eigentumswohnung plant und frühzeitig mit der finanziellen Vorbereitung des Vorhabens beginnen will. Unter diesem Gesichtspunkt lohnt sich Bausparen, wenn Sie viel Wert auf einen Festzins über die gesamte Vertragslaufzeit legen. Als reine Geldanlage ist das Bausparen für Sie - außer in langfristigen Niedrigzinsphasen - allenfalls dann interessant, wenn Sie dafür staatliche Förderung in Form von Arbeitnehmersparzulage oder Wohnungsbauprämie erhalten.

Autor: Dr. Otto Bretzinger
           Jurist und Journalist
           08. Juni 2004

 

Wichtiger Hinweis:

Das abc-Recht-Portal  wird derzeit in Gänze überarbeitet. Auch die Inhalte dieser Seite, wie die aller Folgeseiten, sollen in Kürze aktualisiert werden. Die hier angebotenen Informationen entsprechen möglicherweise nicht mehr dem aktuellen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung. Wir bitten, dies zu berück-
sichtigen und insofern auch um Ihr Verständnis.