Seit über 30 Jahren im Dienst der Autofahrer: Zentralruf hilft bei fast jedem dritten Unfall
Der Zentralruf der Autoversicherer ermittelt seit über 30 Jahren die gegnerische Versicherung nach einem Verkehrsunfall. Als "Blechschaden-Notruf" der Kfz-Versicherer Mitte der 1970er Jahre in elf Städten organisiert, entwickelte sich der Service zu einem deutschlandweiten Dienst unter der bundeseinheitlichen Nummer 0180 - 25 0 26. Dabei baute der Zentralruf eine eigene, unabhängige Datenbank auf, die von den Autoversicherern gespeist wird. Diese übermitteln für jedes versicherte Fahrzeug das amtliche Kennzeichen, den zugehörigen Versicherer, die Versicherungsnummer, Vertragsanfang und -ende. Heute wird der Zentralruf etwa 1,6 Millionen Mal im Jahr in Anspruch genommen. Damit hilft der Service der Autoversicherer bei fast jedem dritten Unfall in Deutschland.

Hilfe zur Schadenregulierung auch beim Auslandsunfall

Durch die 4. Kraftfahrthaftpflicht-Richtlinie wurde der Zentralruf darüber hinaus zur staatlichen Auskunftsstelle für die Schadenregulierung bei Auslandsunfällen. Jährlich geraten rund 150.000 Deutsche unverschuldet in einen Verkehrsunfall im Ausland. Sprachbarrieren, eine Flut von Papieren und juristischer Aufwand prägten in der Vergangenheit die Regulierung solcher Schäden. Mit der Richtlinie wurde die Schadenabwicklung zwischen Unfallbeteiligten aus Ländern der Europäischen Union vereinfacht. Jeder Versicherer in Europa hat in jedem Mitgliedsland Schadenregulierungsbeauftragte benannt. Wer zum Beispiel in Spanien Opfer eines Verkehrsunfalls wird, kann sich in Deutschland an den Beauftragten der spanischen Versicherung wenden. Und wer das ist, erfährt der Geschädigte beim Zentralruf der Autoversicherer. Dieser Service hat im Jahr 2004 bei ca. 30.000 Schadenfällen im Ausland geholfen, vor allem bei Unfällen in Italien, Frankreich und den Niederlanden.

Die EU-Richtlinie zur Kraftfahrhaftpflicht schließt alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Island, Lichtenstein und Norwegen ein. Der Zentralruf benötigt das Kennzeichen des Unfallverursachers, dessen Herkunftsland, das Unfallland und den Schadentag.

Nach dem Urlaub Schadenregulierung einleiten

Den Geschädigten wird empfohlen, die Schadenregulierung gleich nach dem Urlaub einzuleiten und den zuständigen Regulierungsbeauftragten zu informieren. Wichtig ist es, den Unfall ausführlich aufzuzeichnen und im Bild festzuhalten. Dabei ist der Europäische Unfallbericht hilfreich, der in mehreren Sprachen die unkomplizierte Protokollierung des Unfalls gewährleistet. Die ausländische Versicherung hat drei Monate Zeit, sich bei dem Betroffenen zu melden und ihm mitzuteilen, wie der Fall weiter bearbeitet wird. Die Schadenregulierung selbst kann jedoch länger dauern. Reagiert die Versicherung innerhalb der Frist nicht oder nicht angemessen, kann sich der Geschädigte an die nationale Entschädigungsstelle wenden. In Deutschland ist dies der Verein Verkehrsopferhilfe mit Sitz in Hamburg (www.verkehrsopferhilfe.de).

Neben dem Zentralruf betreuen die Autoversicherer auch die Notrufsäulen an den deutschen Bundes- und Landstraßen.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.zentralruf.de.

Aktualisiert am 26.11.2009